Yoga Glossar

Unser Yoga


«Yoga ist der Mittelweg - weder ein Weg der Entsagung irdischer Freuden noch ein Weg zügelloser Wunschbefriedigung.

Yoga endet das Leid derer, die ausgeglichen sind in Ernährung, Erholung, im Handeln, Schlaf und im Wachsein»

Bhagavat Gita

 

Yoga bedeutet für jeden Menschen etwas anderes. Es ist eine einzigartige Methode, sich ganzheitlich um seine Gesundheit zu kümmern und die vitalen Kräfte im Leben zu nähren.

 

Populäre Übungen wie der "Sonnengruss" und spektakulär wirkende Positionen werden immer öfter in den Medien präsentiert. Dies ist jedoch nur ein kleiner Teil von Yoga, sozusagen die Oberfläche. Über diese körperlichen Übungen soll der Mensch wieder in bewussten Kontakt mit sich selbst kommen. Danach kann der Weg weiterführen, durch viele Schichten des Menschseins bis hin zum reinen Sein.

 

Es bleibt die persönliche Entscheidung jedes Menschen, ob er Yoga zum Genuss, zur Entspannung und körperlichem Ausgleich praktiziert, oder als Werkzeug nutzt um schlussendlich sich selbst zu begegnen. Yoga ist für alle Menschen, unabhängig von Alter, Kultur, Religion und Geschlecht zugänglich und geeignet.

 

Bei Interesse laden wir Dich herzlich zu einer unverbindlichen Probelektion ein.

Bedeutung des Yoga


«Yoga» ist ein Begriff aus dem Sanskrit (alte indische Gelehrtensprache) und kann übersetzt werden mit dem Wort „Joch“. Dabei können wir uns einen Ochsenkarren vorstellen: Der Karren selbst ist unser Körper, den wir pflegen und stärken sollen, damit er einen weiten Weg zurücklegen kann. Auf dem Kutschbock sitzt der Wagenlenker, unser Geist, er hält die Zügel in der Hand, welche die Ochsen (unsere Sinne) lenken. Um die Ochsen lenken zu können, braucht es ein Joch, Yoga, der die Sinne kontrolliert und es dem Geist ermöglicht, zu lenken.

 

Oft sind wir ein Spielball unserer Gefühle. Wir sehen, hören, schmecken oder spüren etwas und reagieren sofort darauf, ohne zu überlegen. Und wie oft stellt sich später heraus, das die eigene Wahrnehmung nicht den Tatsachen entspricht? Yoga hilft uns unabhängiger zu werden von den starken Impulsen, welche die Sinne auslösen. Eine indische Geschichte zeigt dies deutlich. Sie handelt von einem Mann, der schreckliche Angst hatte vor einer Schlange, die zusammengerollt in der Ecke eines dunklen Raumes lag. Er hat sich viele schlimme Bilder und Ideen über den Ausgang der Situation gemacht. Dann öffnete sich ein Fenster, Licht erhellte den Raum und der Mann erkannte, dass die Schlange, vor der er sich zu Tode gefürchtet hatte, nur ein zusammengerolltes Seil war. Unsere Sinne sind nützliche Werkzeuge um uns zu schützen und warnen, aber sie können uns auch täuschen, wenn wir ihnen zuviel Bedeutung schenken. Mit Yoga halten wir die Sinne im Zaum und erlauben es dem klaren Geist zu lenken.

 

Wie alle Sanskrit Ausdrücke, hat auch „Yoga“ weitere Bedeutungen wie z.B. «verbinden» oder «anbinden». Bei Yoga handelt es sich um keine Religion. Es ist eine Lebensphilosophie, welche alle Bereiche des Seins berührt. Oft wird Yoga verbunden mit Elementen aus dem Hinduismus und Buddhismus. Yoga entstand in Indien, wo der Hinduismus die gesamte Kultur und das Gedankengut prägen. „Religion“ stammt von der Wurzel „religare“, was soviel bedeutet wie „zurückbinden an...“. Religionen haben ursprünglich die Aufgabe, ein Mittel zu sein, damit sich der Mensch an die Quelle erinnert und zu ihr zurückfindet. Diese Quelle wird je nach Kultur anders genannt, z.B. Gott, Allah, das Göttliche, Jesus, Vishnu, Tara... die Namen sind unendlich viele. Diesen Zweck kann auch Yoga haben, das zurückfinden zum Selbst.

Asana


 स्थिरसुखमासनम्

"sthiram sukahm asanam" - Yoga Sutra II.46

Der Sitz sei fest und angenehm

 

Der bekannteste Aspekt von Yoga sind die Asanas (Körperübungen). Dank ihnen kann der Mensch seinen Körper kräftigen, die Organe, Muskeln und Gelenke pflegen und sich seiner selbst bewusst werden. Asana können kraftvoll und intensiv sein um die vitalen Kräfte zu wecken. Es gibt jedoch auch eine Vielzahl einfacher und sanfter Übungen, die von jedem gesunden Menschen problemlos praktiziert werden können. Asanas sind das Eingangstor zum Hatha Yoga und in ihrer Wirkung sehr umfangreich.

 

Traditionelles Ziel der Asanas ist es, den Körper stark und geschmeidig zu machen, damit er für die Zeit von Pranayama (Atemübungen) und Meditation ruhig und entspannt in einer sitzenden Haltung verweilen kann.

 

Heute werden Asanas in den Vordergrund gestellt, da dies für die meisten Menschen der einfachste Zugang zu mehr Bewusstsein darstellt. Hatha Yoga wirkt über den Körper in die tieferen Schichten des Menschen. In einem gesunden und kräftigen Körper fällt es leichter, gelassen und zufrieden zu sein.

 

Im Bereich der Yogatherapie werden klassische Yoga Asanas angewandt, um Menschen mit Verletzungen oder körperlichen Einschränkungen zu mehr Mobilität zu verhelfen. Dabei werden gezielt Muskelgruppen gestärkt und entspannt. 

Pranayama


Text folgt

Ursprung des Yoga - geschichtlich


Der zeitlich Ursprung von Yoga kann nicht genau festgelegt werden. Er liegt zwischen 2000 und 4000 Jahren v.Chr. Ursprünglich waren die Yogaübungen mentaler Natur und den heiligen Männern vorbehalten. Es war eine geheime Lehre die mündlich überliefert wurde. Erst rund 200 Jahre v.Chr. hat der Gelehrte und Philosoph Patanjali eine Zusammenfassung über Yoga schriftlich verfasst: Die Yoga Sutras. Dieses Werk besteht aus 195 Sätzen und gilt bis heute für viele Yogaschulen und spirituelle Traditionen als Grundlage ihrer Lehre. Patanjali hat den achtgliedrigen Pfad des Yoga wie folgt beschrieben: 

 

Yama & Niyama

Die beiden ersten Schritte geben Anleitungen zum Verhalten, sich selbst gegenüber (Reinigung, regelmässiges Leben, Bescheidenheit etc.) und auch nach aussen (Nicht-Anwenden von Gewalt, nicht stehlen etc.).

 

Asana & Pranayama

Patanjali schrieb über nur eine einzige Körperstellung (asana), nämlich den Lotussitz. Asana und Pranayama (Atemübungen) dienen dazu, den Körper zu stärken und beweglich zu erhalten, damit er stabil wird und den (geistigen) Weg beschreiten kann. Durch die mentalen Übungen des Yoga werden viele Energien geweckt. Um diese zu ertragen, muss der Körper gesund und im Gleichgewicht sein.

 

Pratyahara

Rückzug der Sinne. Wenn der Geist ruhiger und klarer wird und beginnt, sich nach innen zu wenden.

 

Dharana

Konzentration, Fixierung des Geistes auf ein Meditationsobjekt der eigenen Wahl über einen längeren Zeitraum.

 

Dhyana

Meditation, das beständige Fliessen der Vorstellung zum Meditationsobjekt

 

Samadhi

Vollständige Sammlung, Versenkung, Einheit, Verschmelzung mit dem Meditationsobjekt

Diese acht Qualitäten werden nicht sequentiell eine nach der anderen geübt. 

Jeder Fortschritt einer Qualität, bringt gleichzeitig auch Fortschritt auf allen anderen Ebenen. Deshalb wird empfohlen, gleichermassen in allen Bereichen des Lebens bewusst zu werden und dort wo es möglich ist, diese Grundsätze zu entfalten.

 

Yoga heute

Yoga hat sich seit seiner Entstehung verändert. Er wird heute vor allem im Westen praktiziert und deshalb den Voraussetzungen des westlichen Menschen weitgehend angepasst. 

 

Die Ernährung, alltägliche Bewegungsfülle, körperliche Beschaffenheit und kulturelle Ausrichtung prägen unsere Bedürfnisse. So wurde aus der einst rein mentalen Übung des Yoga ein grosses Gebiet mit vielen Körperübungen. 

 

Der Fokus des heutigen Yoga ist sehr stark auf den Körper gerichtet. Der Körper wird gestärkt, gedehnt und gepflegt. Diese Entwicklung kommt unserem Bewegungsdrang sehr entgegen. Wir müssen heute keine schweren Wasserkrüge oder andere, lebensnotwendige Dinge über weite Strecken tragen oder gar unsere Ernährung durch kräfteraubende Jagd sichern. 

 

Der Körper ist jedoch immer noch auf viel und ausdauernde Bewegung programmiert. Deshalb hat sich der körperorientierte Hatha Yoga bei uns am besten etabliert. Körperliche Bewegung ist notwendig und gerade heute sehr wichtig, da die meisten Berufe und Lebensstile keine ausreichende Bewegung erlauben. 

 

Yoga ist jedoch mehr als die anmutenden Stellungen, die oft in Büchern und auf dem Internet gezeigt werden. Wenn die innere Ausrichtung sich nicht der Körperstellung anpasst, verpassen wir den wichtigsten Teil: Gewahrsein, im Augenblick vollkommen präsent werden und den Körper von aussen und innen wahrnehmen. Wie weit diese Innenschau und die vertiefte Wahrnehmung des Körpers gehen soll, steht jedem Schüler frei. 

 

Nach einer Weile der Yogapraxis werden sich jedoch die konstruktiven Verhaltensmuster, die im Yoga gepflegt werden, auf den Alltag übertragen. Der Körper richtet sich auf und die Haltung verbessert sich, die Gedanken werden ruhiger, wir fühlen uns innerlich ausgeglichener, weniger reizbar und gewinnen den Blick für die kleinen verborgenen Schätze des Alltages zurück.